Frauen im Goldbergbau

Frauen im Goldbergbau

Chancen, Herausforderungen und nachhaltige Perspektiven

Der Goldbergbau ist historisch und weltweit extrem männlich geprägt. Im konventionellen und oft informellen Kleinbergbau (ASM – Artisanal and Small-Scale Mining) werden Frauen massiv benachteiligt oder arbeiten unter prekären Bedingungen im Hintergrund.

Wenn Minen jedoch nach führenden Standards wie Fairtrade Gold oder Fairmined zertifiziert sind, ändert sich die Realität für Frauen grundlegend. Die wichtigsten Fakten dazu findt ihr in diesem Beitrag.

Was eine Fairmined oder auch Fairtrade zertifizierten Mine ausmacht:

  1. Verbot von Diskriminierung und das Recht auf gleichen Lohn

In konventionellen, nicht lizenzierten Minen verdienen Frauen oft nur einen Bruchteil dessen, was Männer für die gleiche Arbeit erhalten.

  • Fakt: Zertifizierungsstandards (z. B. von Fairmined oder Fairtrade) verbieten jegliche Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Frauen in zertifizierten Kooperativen haben per Statut Anspruch auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit sowie auf dieselben Aufstiegs- und Weiterbildungschancen.
  1. Durchbrechung traditioneller Tabus (Arbeit unter Tage)

In vielen Bergbaugebieten Lateinamerikas und Afrikas gibt es tief verwurzelte Aberglauben – beispielsweise den Mythos, dass Frauen im Stollen der Mine „Unglück“ bringen oder die Goldader verschwinden lässt. Frauen wurden deshalb oft auf die gefährliche und schlechter bezahlte Arbeit außerhalb der Mine verbannt (wie z.B. das händische Waschen von Gesteinsresten).

  • Fakt: In zertifizierten Minen brechen Frauen diese Barrieren auf. Ein konkretes Beispiel ist die Fairmined-zertifizierte Mine Chede in Kolumbien: Dort arbeiten mittlerweile zahlreiche Frauen ganz offiziell und gleichberechtigt unter Tage im Stollen.
  1. Schutz vor hochgiftigen Chemikalien

Frauen im informellen Bergbau waschen das Gold oft ohne jegliche Schutzkleidung mit bloßen Händen unter dem Einsatz von flüssigem Quecksilber – oft sogar in Gegenwart ihrer Kinder. Das führt zu schweren Nervenschäden und Fehlgeburten.

  • Fakt: Zertifizierte Minen reduzieren den Einsatz von Chemikalien drastisch oder arbeiten (wie bei Fairmined Eco) komplett chemikalienfrei. Wo Stoffe wie Quecksilber oder Zyanid noch genutzt werden, greifen strenge Arbeitsschutzauflagen (Masken, Handschuhe, Belüftung). Das schützt insbesondere die Gesundheit der Frauen und ihrer Familien im gebärfähigen Alter.
  1. Demokratische Mitsprache und Führungspositionen

Traditionell haben Frauen im Bergbau keine Stimme bei wirtschaftlichen Entscheidungen.

  • Fakt: Um zertifiziert zu werden, müssen Minenorganisationen demokratisch strukturiert sein. Frauen besitzen dort Stimmrechte und steigen zunehmend in Führungspositionen auf. Sie leiten Kooperativen, arbeiten als Geologinnen oder Ingenieurinnen und entscheiden aktiv mit, wie die eingenommenen Fairtrade-/Fairmined-Prämien (Zusatzgelder von bis zu 2.000 USD pro Kilogramm Gold) investiert werden.
  1. Investition in Frauenförderung und Bildung

  • Fakt: Ein Teil der Zertifizierungsprämien fließt gezielt in Projekte, die Frauen stärken. In Bergbaugemeinden (wie beispielsweise in Uganda oder Peru) wurden mit diesen Geldern Trainingsprogramme für unternehmerische Fähigkeiten, Alphabetisierungskurse und Kinderbetreuungsstätten finanziert. Letzteres ermöglicht es Müttern überhaupt erst, einer geregelten und sicheren Arbeit in der Mine nachzugehen.

Fazit: Während der traditionelle Goldabbau Frauen oft marginalisiert, holt die Zertifizierung sie aus der rechtlosen Grauzone. Sie verwandelt Frauen von schlecht bezahlten Hilfskräften in gleichberechtigte Bergbauunternehmerinnen mit sozialer Absicherung.

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